MeDi­zi­nal­can­na­bis

Die Wirkung von Canna­bis beruht auf die enthal­tende Wirk­stoff­gruppe der Canna­bi­no­ide. Canna­bi­no­ide wirken im Körper durch die Inter­ak­tion mit dem Endo­can­na­bi­noid-System, einem komple­xen Netz­werk aus Rezep­to­ren, Boten­stof­fen und Enzy­men, das viele wich­tige Funk­tio­nen im Körper regu­liert.

Es gibt haupt­säch­lich zwei Arten von Canna­bi­noid-Rezep­to­ren: CB1 und CB2. CB1-Rezep­to­ren befin­den sich vor allem im Gehirn und im zentra­len Nerven­sys­tem. Sie beein­flus­sen Stim­mung, Schmerz­emp­fin­den, Appe­tit, Gedächt­nis und Bewe­gungs­ko­or­di­na­tion. Wenn Canna­bi­no­ide wie THC an diese Rezep­to­ren binden, können sie psycho­ak­tive Effekte und Schmerz­re­du­zie­rung bewir­ken. CB2-Rezep­to­ren sind vor allem im Immun­sys­tem und in peri­phe­ren Gewe­ben zu finden. Sie spie­len eine Rolle bei Entzün­dungs­pro­zes­sen und der Immun­ant­wort. Canna­bi­no­ide, die an CB2-Rezep­to­ren binden, können entzün­dungs­hem­mend wirken. Darüber hinaus beein­flus­sen Canna­bi­no­ide auch andere Signal­wege im Körper, was zu einer Viel­zahl von Effek­ten führt, wie Schmerz­stil­lung, Entspan­nung, Appe­tit­an­re­gung oder auch anti­ent­zünd­li­che Wirkun­gen. Kurz gesagt: Canna­bi­no­ide wirken, indem sie natür­li­che Rezep­to­ren im Körper akti­vie­ren oder modu­lie­ren, was eine Viel­zahl von physio­lo­gi­schen Reak­tio­nen auslö­sen kann.

Medi­zi­nal­can­na­bis wird spezi­ell für medi­zi­ni­sche Zwecke ange­baut und unter stark kontrol­lier­ten Bedin­gun­gen produ­ziert. Bestimmte Quali­täts­stan­dards müssen erfüllt und genau defi­nierte Mengen an den Wirk­stof­fen THC und CBD enthal­ten sein. 

THC ist der psycho­ak­tive Wirk­stoff, der für die berau­schende Wirkung verant­wort­lich ist. In medi­zi­ni­schem Canna­bis liegt der THC-Gehalt oft zwischen 5% und 20%, wobei es auch Sorten mit höhe­ren oder nied­ri­ge­ren Werten gibt, je nach Anwen­dungs­zweck. 

CBD ist nicht psycho­ak­tiv und wird häufig zur Schmerz- und Entzün­dungs­hem­mung sowie bei Angst­stö­run­gen einge­setzt. Der CBD-Gehalt in medi­zi­ni­schem Canna­bis kann von weni­gen Prozent bis zu über 20%.

Man kann Medi­zi­nal­can­na­bis in zwei Haupt­ka­te­go­rien eintei­len: Sativa, Indica und Hybrid. Jede Sorte hat unter­schied­li­che Wirkun­gen und Anwen­dungs­be­rei­che.

  • Sativa-Sorten sind oft bele­bend und fördern die Konzen­tra­tion, was sie für den Tag geeig­net macht.
  • Indica-Sorten wirken eher beru­hi­gend und entspan­nend, ideal für die Nacht oder zur Schmerz­the­ra­pie.
  • Hybride sind Kreu­zun­gen aus Sativa und Indica und können je nach Sorte unter­schied­li­che Wirkun­gen haben.

 

INDI­KA­TIO­NEN

Medi­zi­nal­can­na­bis findet u.a. Anwen­dung bei chro­ni­sche Schmer­zen, die auf andere Thera­pien nicht ausrei­chend anspre­chen, zur Linde­rung von Muskel­s­pas­tik und Spas­tik-beding­ten Schmer­zen bei Multi­ple Skle­rose,  Übel­keit und Erbre­chen bei Chemo­the­ra­pie-Pati­en­ten, Schlaf­stö­run­gen, die durch Schmer­zen oder andere Erkran­kun­gen verur­sacht werden, Appe­tit­lo­sig­keit und Gewichts­ver­lust bei Krebs­pa­ti­en­ten oder HIV-Infi­zier­ten, bei schwe­ren Formen von Epilep­sie: Bestimmte CBD-haltige Präpa­rate werden bei schwe­ren Formen von Epilep­sie und zum Lösen von Angst- und Stress­zu­stän­den.

Medi­zi­nal­can­na­bis wird in verschie­de­nen Darrei­chungs­for­men ange­bo­ten. Dazu zählen

Inha­la­tion: Rauchen oder Vapo­ri­sie­ren von getrock­ne­ten Canna­bis­blü­ten oder -extrak­ten.

Orale Einnahme: In Form von Kapseln, Tablet­ten, Trop­fen oder Öl. Diese Vari­ante bietet eine längere Wirkungs­dauer und eine genauere Dosie­rung.

Sublin­guale Anwen­dung: Trop­fen oder Öle, die unter die Zunge getropft werden. Sie werden beson­ders schnell vom Körper aufge­nom­men.

Topi­sche Anwen­dung: Cremes, Salben oder Pflas­ter, die auf die Haut aufge­tra­gen werden, um lokale Beschwer­den zu lindern.

Zube­rei­tun­gen in Form von Extrak­ten: Zum Beispiel in Form von Liquids oder Pasten, die eben­falls oral oder sublin­gual einge­nom­men werden können.

NEBEN­wir­kun­gen

Zu den häufigs­ten Neben­wir­kun­gen bei Medi­zi­nal­can­na­bis zählen Schwin­del und Benom­men­heit, Müdig­keit, Mund­tro­cken­heit, verän­derte Wahr­neh­mung und eine Appe­tit­stei­ge­rung. Außer­dem kann es zu Magen-Darm-Beschwer­den, Stim­mungs­schwan­kun­gen und zu einer kogni­ti­ven Beein­träch­ti­gung kommen.

Nicht jeder wird alle Neben­wir­kun­gen erle­ben und auch die Schwere kann erheb­lich vari­ie­ren. Hier ist es wich­tig, im engen Austausch mit dem verschrei­ben­den Arzt zu blei­ben und nöti­gen­falls die Dosie­rung, Sorte oder Darrei­chungs­form indi­vi­du­ell anzu­pas­sen.

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Volker Bruhn

PTA, Heil­prak­ti­ker, Myko­mo­le­ku­lar­fach­mann

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